Schutz der Kamalari-Mädchen

Nepal Master PUMädchen im Alter von sechs bis sechzehn Jahren der Tharu-Ethnie im Südwesten Nepals werden häufig als Leibeigene (Kamalari) an reiche Familien verkauft. Dort müssen sie bis zu 18 Stunden am Tag arbeiten – Kochen, Putzen oder Feldarbeit gehören zu ihrem Alltag. Sie haben keine Chance auf eine Schulausbildung und werden nicht selten missbraucht. Einige der Mädchen werden an Bordelle in Indien verkauft. Wir setzen uns dafür ein, dass die Mädchen befreit werden und unterstützen sie mit einem umfassenden Projekt bei der Rückkehr in ihre Dörfer.

September 2011: David Safier mit Urmila Chaudhary, einem ehemaligen Kamalari-Mädchen.
David Safier mit Urmila Chaudhary, einem ehemaligen Kamalari-Mädchen.

Obwohl Kinderarbeit seit dem Jahr 2000 in Nepal verboten ist, setzt der Staat das Gesetz nicht in allen Teilen des Landes durch. Viele Familien sehen sich aufgrund ihres geringen Einkommens immer noch gezwungen, ihre Töchter als Kamalari zu verkaufen.

Seit 2006 setzt sich Plan für die Abschaffung der menschenverachtenden Kamalari-Praxis im Südwesten Nepals ein – nun gemeinsam mit der Gutes Karma Stiftung. “Kamalari” bedeutet übersetzt “hart arbeitende Frau”. 2.568 Mädchen sind bereits befreit worden. Die Mädchen und jungen Frauen erhalten eine Schulbildung, berufsvorbereitende Trainings und Hilfe beim Einstieg in den Beruf. Viele ehemalige Kamalaris bekommen ebenfalls Unterstützung bei der Gründung eines Kleinunternehmens. Sie können sich so eine eigene Existenz aufbauen und haben die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft.

Das Projekt wurde auf zwei weitere Provinzen ausgeweitet, wo schätzungsweise immer noch 4.000 Mädchen als Kamalari arbeiten und dringend Hilfe benötigen.

Zu dem umfangreichen Projekt gehört die Befreiung, Reintegration und Bildung der betroffenen Mädchen. Darüber hinaus führen wir Maßnahmen zur Einkommensverbesserung in den Gemeinden durch. Die Kinder und ihre Familien werden über die Kinderrechte informiert. Medienkampagnen und die Vernetzung von lokalen und nationalen Akteuren tragen auch in der Öffentlichkeit und auf politischer Ebene zur Abschaffung der Kamalari-Praxis bei.

Ausführliche Information finden Sie im Projektbericht sowie im aktuellen Zwischenbericht.